Sucht & Ordnung

Der Titel SUCHT & ORDNUNG soll auf den Widerspruch hinweisen, der in jeder Form der Auseinandersetzung mit Menschen, ihren Biografien und Lebenswelten liegt, die sich, aus welchen Gründen auch immer, am gesellschaftlichen Rand befinden.

Fotoprojekt Sucht & Ordnung
Fotoprojekt Sucht & Ordnung
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Fotoprojekt Sucht & Ordnung

SUCHT hat mit Suche zu tun und in der Tiefe jeder Sucht finden sich Hinweise auf fehlgeschlagene Versuche, den eigenen Lebensweg zu finden.  

ORDNUNG ist, wenn man weiß, wo man gar nicht erst zu suchen braucht. Ein gutes Leben – ist ein geordnetes, geregeltes Leben. Du bist in Ordnung. Ordnung kann als richtig empfunden werden – kann Sicherheit geben. Ordnung kann aber auch als einschränkend erlebt werden – als nicht passend für mich oder meine Lebensbedingungen. Vorgegebene Ordnungen können richtig oder falsch sein

So könnten Zugänge zu diesen Begrifflichkeit lauten, wobei jeder dahingehend für sich selbst oder das Leben des anderen einen anderen Zugang finden wird. Auch je nach Profession wird sich der Blickwinkel auf das Thema ändern.

Im sozialpädagogischen Handlungsfeld der Institution Streetwork versucht man durch niederschwellige Angebote Jugendlichen und jungen Erwachsenen vertrauliche Unterstützung und individuelle Lösungen in unterschiedlichsten Lebenssituationen anzubieten. Es geht darum, ihre Lebenswelt lebenswerter zu gestalten, Alternativen aufzuzeigen oder tragfähige Lebensperspektiven zu entwickeln  Begleitung auf der SUCHE nach Lebenswegen und lebbarer ORDNUNG.

Wir haben uns sowohl im Auftrag der Stadt als auch aus unserem eigenen berufsbiografischem Kontext heraus dem Thema genähert 

… und es entwickelte sich eine FOTO & GRAFISCHE Auseinandersetzung

… mit Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen in Beziehung zur Institution STREETWORK stehen – Menschen, die sich zwischen ihrer Lebenswelt und dem Vertrauen zu ihren Betreuern und uns darauf eingelassen haben, sich über die Fotografie schlussendlich auf sich selbst einzulassen. 

Jedes entstandene Foto zeigt einen gemeinsamen Weg – zwischen Schnappschuss und Inszenierung, zwischen Anonymität und Intimität – zwischen Nähe und Distanz. In der Spannung zwischen einem respektvollen Umgang mit sich selbst, seiner Geschichte und seinem Leben und dem Moment des Betätigen des Auslösers am Fotoapparat, liegen ganz viel Vertrauen, Offenheit und der Wunsch nach Wahrnehmung.

Die Abstrachierung des Bildmaterials sowie die grafische Aufbereitung in Plakatform steht einer Dokumentation oder Zurschaustellung  von Randgruppenmenschen gegenüber. Ein Plakat übermittelt eine Botschaft in der Öffentlichkeit. Grundsätzlich handelt es sich um eine Mitteilung an eine anonyme Gruppe. Niemand weiß, ob und bei wem sie angekommen ist. Das Plakat im geschlossenen Rahmen der Veranstaltung bzw. der Ausstellung soll damit den Empfänger in seiner Reaktion gleich direkt zur Kommunikation und Interaktion  – zur Diskussion und bestenfalls zum Diskurs anregen. Anonymisierte akustische Einspieler über Interviews und Gespräche der Nachbereitung erweitern den Zugang zu Themen, die auf der Straße liegen oder die Lebenswege der Menschen pflastern. Die Schwarzweißfotografie untermauert die Randgruppensituation der Menschen – viel Schatten und wenig Hintergrund verdeutlichen, was auch im realen Leben von ihnen im Verborgenen bleibt. Auf Augenhöhe findet mit dem Betrachter eine Begegnung statt, die wahrscheinlich auf der Strasse so nicht stattfinden würde.

Wenn Bilder  den Blickwinkel verändern  oder  erweitern, dann haben sie uns irgendwo abgeholt.

Uns haben bei diesem Projekt Menschen abgeholt, die uns mit ihrer Offenheit, ihrem Mut und ihrem Vertrauen einen Blick auf sie und ihr Leben erlaubt haben. Wir haben gelernt, dass jede Narbe eine Geschichte, jedes Lächeln einen Anfang und jede Wahrnehmung einen Anerkennung hat. Letztendlich war jedes Shooting eine gemeinsame SUCHE oder ein gemeinsamer Weg zu einem Bild und letztendlich lag in jeder fotografischen Auseinandersetzung die Erkenntnis, dass jeder Lebensumstand, so existentiell er auch sein mag, aus einer entsprechenden Biografie resultiert. Mag auch das eine ORDNUNG sein, die wir gefunden haben 

… und noch vieles mehr!

 

 

Zwei Fotografen

Wir sind zwei Fotografen, die das Mittendrin lieben, sich mit den Menschen treffen und gemeinsam mit ihnen fotografieren.

Damit wäre auch schon alles gesagt, wäre da nicht der Anspruch auf ein bisschen Selbstreflexion.

Also 

… unsere Aufnahmen entstehen eigentlich – auch wenn spontane Inszenierung dabei ist – unmittelbar aus dem Leben heraus. Sie entspringen aus Beziehungen  und nicht aus der Beobachtung. Wir versuchen das Gefühl vom Leben der Menschen zu bewahren und ihnen über das Bild die Stärke und Schönheit zu geben, die wir in ihnen sehen. Beim Fotografieren selbst entsteht ein enger Raum der Nähe und Intimität – dann passiert Beziehung und es entsteht ein Bild davon.

Die Kamera wird vor Ort getauscht – es spielt keine Rolle, wer welches Foto gemacht hat. Das Bildmaterial geht dann in die Ausarbeitung – hier trennen wir uns oft und finden uns dann gemeinsam in einer Bildsprache wieder.

Es bleiben zwei Sichtweisen auf ein Thema. Dokumentierer und Inszenierer, Sammler und Loslasser, Bewahrer und Visionär, Mann und Frau treffen aufeinander – oft sind wir von der Auflösung erstaunt, brüskiert und immer erleichtert. Aus einem Ich seh etwas, was du nicht siehst ergeben sich Ansichtssachen, die sich zu einem Gesamtbild ergänzen.

 

 

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